Falten im Gesicht nach dem Abnehmen? Das kann man tun

12. Oktober 2026 · Biovolen Redaktion

Frau betrachtet Falten im Gesicht nach dem Abnehmen im Spiegel

Man freut sich, denn die Waage zeigt endlich ein paar Kilo weniger, doch beim Blick in den Spiegel fallen einem plötzlich Falten auf, die vorher nicht da waren. Die Linien zwischen Nase und Mund wirken tiefer, die Wangen schmaler, das Gesicht insgesamt eingefallen und müder. Das ist zunächst frustrierend, aber kein Grund zur Sorge: Falten nach dem Abnehmen haben eine einfache Erklärung. Dieser Artikel zeigt, warum sie entstehen, ob sie wieder verschwinden und was man selbst tun kann, um die Haut während einer Abnahme bestmöglich zu unterstützen.

Warum entstehen nach dem Abnehmen Falten im Gesicht?

Das Gesicht wird nicht nur von Knochen und Muskeln geformt, sondern auch von wichtigen Fettpolstern unter der Haut. Sie befinden sich vor allem in den Wangen, an den Schläfen und unter den Augen und sorgen für weiche, volle Konturen. Wer abnimmt, verliert nicht nur am Bauch oder an den Hüften Fett, sondern auch im Gesicht.

Die Haut, die vorher über ein größeres Volumen von Fett gespannt war, liegt dann lockerer auf dem Gesicht. Ob sie sich zurückzieht oder Falten entstehen, hängt vor allem von ihrer Elastizität ab. Dafür sind zwei Eiweiße verantwortlich: Kollagen gibt der Haut Festigkeit, Elastin sorgt dafür, dass sie nach einer Dehnung wieder in Form zurückkehrt.

Mehrere Faktoren entscheiden darüber:

  • Das Alter: Ab etwa Mitte zwanzig bildet die Haut jedes Jahr etwas weniger Kollagen. Mit 50 ist sie deutlich weniger elastisch als mit 30 und kann sich schlechter an ein geringeres Volumen anpassen.
  • Das Tempo: Wer in kurzer Zeit eine Menge Gewicht verliert, lässt der Haut kaum Zeit, sich anzupassen. Das gilt für strenge Diäten ebenso wie für das Abnehmen mit Medikamenten wie der Abnehmspritze.
  • Die Menge: Je mehr man abnimmt, desto größer ist der Volumenunterschied, den die Haut ausgleichen muss.
  • Die Vorgeschichte der Haut: Jahrelange Sonneneinstrahlung und Rauchen bauen Kollagen ab. Die Haut ist dann weniger widerstandsfähig.
  • Die Ernährung beim Abnehmen: Fehlen Eiweiß und Nährstoffe, verliert der Körper neben Fett auch Muskelmasse, und der Haut fehlen Bausteine für ihre Regeneration.

Welche Falten besonders häufig auftreten

Nach dem Abnehmen bekommt man typischerweise:

  • Nasolabialfalten: Die Linien von den Nasenflügeln zu den Mundwinkeln werden tiefer, weil die Wangen an Volumen verlieren.
  • Marionettenfalten: Von den Mundwinkeln Richtung Kinn entstehen Linien, die dem Gesicht einen ernsten Ausdruck geben.
  • Falten unter den Augen: Die Partie unter den Augen wirkt hohler, feine Linien treten deutlicher hervor.
  • Falten am Hals: Auch am Hals kann die Haut nach dem Abnehmen lockerer aufliegen und quer verlaufende Falten bilden.
  • Eine weichere Kinnlinie: Die Kontur entlang des Unterkiefers verliert an Spannkraft. Ein klassisches Doppelkinn ist das Resultat.

Bildet sich die Haut von selbst zurück?

Teilweise ja. Die Haut ist ein lebendiges Organ und passt sich mit der Zeit an. Viele bemerken, dass sich das Hautbild einige Monate nach dem Erreichen des Wunschgewichts wieder etwas verbessert, sobald das Gewicht stabil bleibt.

Wie weit sich die Haut zurückbildet, hängt allerdings stark von den oben genannten Faktoren ab. Bei jüngeren Menschen und moderatem Gewichtsverlust passt sie sich oft gut an. Bei älteren Menschen oder nach sehr starkem Gewichtsverlust bleibt meist ein Teil der Veränderungen bestehen. Verlorenes Volumen im Gesicht kehrt nur zurück, wenn man wieder zunimmt. Das bedeutet aber nicht, dass man nichts tun kann.

Was man selbst tun kann

  1. Langsamer abnehmen: Wer noch mitten beim Abnehmen ist, kann seiner Haut den Gefallen tun, das Tempo zu reduzieren. Ein gleichmäßiger, moderater Gewichtsverlust gibt der Haut die Zeit, die sie benötigt, um sich anzupassen. Wer mit Medikamenten wie der Abnehmspritze abnimmt, sollte das Tempo mit dem behandelnden Arzt besprechen.
  2. Ausreichend Eiweiß essen: Eiweiß ist der wichtigste Baustoff für Kollagen und Muskeln. Eiweißreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Eier, Fisch oder Tofu sollten bei jeder Mahlzeit auf dem Teller landen, gerade wenn man insgesamt weniger isst.
  3. Krafttraining einbauen: Regelmäßiges Krafttraining erhält die Muskelmasse. Das strafft zwar nicht direkt die Gesichtshaut, wirkt sich aber positiv auf die gesamte Körperform und den Stoffwechsel aus.
  4. Täglich Sonnenschutz verwenden: UV-Strahlung ist einer der stärksten Faktoren für Hautalterung, weil sie Kollagen abbaut. In einer großen Studie zeigte sich, dass Menschen, die täglich Sonnencreme verwendeten, nach mehreren Jahren weniger Zeichen von Hautalterung aufwiesen als Menschen, die das nur gelegentlich taten. Ein Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 30 oder höher gehört deshalb jeden Morgen ins Gesicht, auch im Winter.
  5. Nicht rauchen und Alkohol reduzieren: Rauchen beschleunigt den Abbau von Kollagen und Elastin und verschlechtert die Durchblutung der Haut. Alkohol entzieht ihr Feuchtigkeit.
  6. Gut schlafen: Im Schlaf regeneriert sich die Haut. Schlafmangel zeigt sich schnell im Gesicht, etwa durch einen fahlen Teint und Schatten unter den Augen.
  7. Ausreichend trinken: Wasser allein glättet keine Falten, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt aber den Feuchtigkeitsgehalt der Haut.
  8. Gesichtsgymnastik ausprobieren: Übungen für die Gesichtsmuskulatur sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Eine kleine Studie deutet darauf hin, dass regelmäßiges Training die Wangenpartie etwas voller wirken lassen kann. Die Datenlage ist allerdings dünn. Wer Freude daran hat, kann es ausprobieren, sollte aber keine Wunder erwarten.

Die richtige Hautpflege nach dem Abnehmen

Um ehrlich zu sein: Keine Creme kann verlorenes Fett und Volumen im Gesicht ersetzen oder tiefe Falten vollständig glätten. Eine gute Hautpflege kann aber dazu beitragen, dass die Haut praller, frischer und geschmeidiger aussieht. Feine Linien, die durch Trockenheit verstärkt werden, fallen dann weniger auf. Helfen kann eine passende Hautpflege also in jedem Fall.

Feuchtigkeit als Basis

Gut durchfeuchtete Haut wirkt glatter und voller. Hilfreich sind Inhaltsstoffe, die Wasser in der Haut binden, etwa Hyaluronsäure, Glycerin oder Aloe Vera. Pflanzliche Öle wie Arganöl, Mandelöl oder Sheabutter unterstützen zusätzlich die Hautschutzbarriere und verhindern, dass Feuchtigkeit verloren geht.

Wirkstoffe mit guter Studienlage

  • Retinol: Vitamin A gehört zu den am besten untersuchten Wirkstoffen gegen Hautalterung. Es kann die Kollagenbildung anregen und feine Linien mit der Zeit mildern. Retinol sollte abends und zunächst sparsam angewendet werden, da es die Haut anfangs reizen und lichtempfindlicher machen kann. In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte man darauf verzichten.
  • Vitamin C: Wirkt antioxidativ und unterstützt die Kollagenbildung. Eignet sich gut für die Morgenroutine unter dem Sonnenschutz.
  • Sonnenschutz: Er ist streng genommen keine Pflege, aber der wirksamste Schutz vor weiterem Kollagenabbau.

Beispiel einer einfachen Routine

  • Morgens: Mild reinigen, eine Feuchtigkeitspflege auftragen, Sonnenschutz.
  • Abends: Gründlich reinigen, eine reichhaltigere Pflege für die Nacht verwenden, bei Bedarf ein Retinol-Produkt.

Für die tägliche Pflege reifer Haut eignet sich beispielsweise die Biovolen Aktiv Moossalbe. Sie kombiniert einen Wirkstoff aus Moos mit Hyaluronsäure, Aloe Vera, Vitamin E und Bio-Ölen aus Argan, Mandel und Avocado. Die Salbe versorgt die Haut mit Feuchtigkeit und kann so dazu beitragen, dass die Haut nach dem Abnehmen prall bleibt.

Wann medizinische Behandlungen infrage kommen

Sind die Veränderungen im Gesicht nach einer Abnahme sehr groß und belasten im Alltag, kann eine Beratung in einer dermatologischen Praxis oder bei einer Fachärztin für plastische und ästhetische Chirurgie sinnvoll sein. Infrage kommen je nach Ausprägung zum Beispiel Unterspritzungen mit Hyaluronsäure, Behandlungen, die die Kollagenbildung anregen, oder bei stark erschlaffter Haut auch eine operative Straffung.

Viele Fachleute empfehlen, damit zu warten, bis das Gewicht mindestens einige Monate stabil ist. Zum einen kann sich die Haut in dieser Zeit noch von selbst verbessern, zum anderen würde weiterer Gewichtsverlust das Ergebnis wieder beeinträchtigen.

Häufige Fragen

Ab wie viel Kilo Gewichtsverlust bekommt man Falten im Gesicht?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Wie stark sich das Gesicht verändert, hängt neben der Menge vor allem vom Alter, vom Tempo des Gewichtsverlusts und vom Zustand der Haut ab. Manche bemerken schon nach wenigen Kilo eine Veränderung, andere kaum nach deutlich mehr Gewichtsverlust.

Gehen die Falten nach dem Abnehmen wieder weg?

Teilweise. Die Haut passt sich mit der Zeit an, besonders wenn das Gewicht stabil bleibt. Bei jüngeren Menschen funktioniert das meist besser als bei älteren. Ein Teil der Veränderungen kann jedoch bestehen bleiben.

Welche Creme hilft gegen Falten nach dem Abnehmen?

Eine Creme kann verlorenes Volumen nicht zurückbringen. Feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte mit Inhaltsstoffen wie Hyaluronsäure lassen die Haut aber praller wirken. Retinol hat die beste Studienlage, wenn es darum geht, feine Linien langfristig zu mildern.

Hilft viel Wasser trinken gegen Falten?

Ausreichend zu trinken ist wichtig für den gesamten Körper, auch für die Haut. Falten lassen sich durch Wasser allein aber nicht glätten.

Kann man Falten nach dem Abnehmen vorbeugen?

Vollständig nicht, aber man kann sie abmildern. Am wirksamsten sind ein langsames Abnehmtempo, ausreichend Eiweiß, täglicher Sonnenschutz und eine gute Feuchtigkeitspflege.

Fazit

Falten im Gesicht nach dem Abnehmen sind eine normale Folge davon, dass das Gesicht an Volumen verliert. Ganz verhindern lassen sie sich nicht, doch mit einem langsamen Abnehmtempo, proteinreicher Ernährung, täglichem Sonnenschutz und einer regelmäßigen Feuchtigkeitspflege lässt sich viel tun, damit die Haut sich bestmöglich anpasst. Geduld zahlt sich dabei aus: Oft verbessert sich das Hautbild in den Monaten nach dem Erreichen des Wunschgewichts noch deutlich.

Wissenschaftliche Quellen und weiterführende Informationen

Hughes M. C. B., Williams G. M., Baker P., Green A. C.: Sunscreen and prevention of skin aging: a randomized trial. Annals of Internal Medicine, 2013; 158(11):781–790.

Kafi R. et al.: Improvement of naturally aged skin with vitamin A (retinol). Archives of Dermatology, 2007; 143(5):606–612.

Alam M. et al.: Association of Facial Exercise With the Appearance of Aging. JAMA Dermatology, 2018; 154(3):365–367.

Montecinos K. et al.: Semaglutide „Ozempic" Face and Implications in Cosmetic Dermatology. Dermatological Reviews, 2024. Verfügbar unter: onlinelibrary.wiley.com