Selbstbräuner orange: Warum das passiert und was dagegen hilft
Man wollte eigentlich eine sanfte, sommerliche Bräune, doch am nächsten Morgen ist man schockiert, weil das Ergebnis orange geworden ist. Dazu kommen oft noch dunkle Ränder an Knöcheln, Knien und Händen. Dieses Problem kennen viele, die schon einmal Selbstbräuner verwendet haben. Die gute Nachricht: Der Orangestich hat klare Ursachen und lässt sich in den meisten Fällen vermeiden. Dieser Artikel erklärt, warum Selbstbräuner orange werden kann, was man tun kann, wenn es schon zu spät ist, und wie es beim nächsten Mal besser klappt.
Inhaltsverzeichnis
Wie funktioniert Selbstbräuner?
Die meisten Selbstbräuner enthalten den Wirkstoff Dihydroxyaceton, kurz DHA. Das ist ein Zucker, der mit den Eiweißbausteinen in der obersten Hautschicht reagiert. Bei dieser Reaktion entstehen braune Farbstoffe, die die Haut dunkler erscheinen lassen. Chemisch handelt es sich um denselben Prozess, der beim Backen von Brot für die braune Kruste sorgt.
Wichtig zu wissen: DHA färbt nur die äußerste Hautschicht, die aus abgestorbenen Hautzellen besteht. Es dringt nicht tiefer ein und hat nichts mit der natürlichen Bräunung durch Melanin zu tun. Da sich diese oberste Schicht ständig erneuert, verblasst die Bräune nach etwa fünf bis sieben Tagen wieder.
Einige Selbstbräuner enthalten zusätzlich oder stattdessen Erythrulose, einen ähnlichen Zucker, der langsamer und gleichmäßiger bräunt.
Warum wird Selbstbräuner orange?
Ein Orangestich entsteht selten durch einen einzigen Fehler, sondern meist durch eine Kombination von mehreren.
Der Farbton passt nicht zum Hauttyp
Der häufigste Grund ist ein zu dunkler Selbstbräuner für den eigenen Hauttyp. Auf sehr heller Haut wirkt eine zu starke Bräunung schnell unnatürlich. Je heller die Hautfarbe, desto eher tritt der orangefarbene Unterton hervor.
Zu viel Produkt
Wer zu viel aufträgt oder mehrere Schichten an aufeinanderfolgenden Tagen aufträgt, erhöht die Menge an DHA auf der Haut. Die Farbe wird dann intensiver und kippt ins Orange.
Trockene Hautstellen
Ellbogen, Knie, Knöchel, Hände und Füße haben eine dickere, trockenere Hornschicht. Dort nimmt die Haut mehr Selbstbräuner auf und es entstehen dunkle, orangefarbene Flecken.
Eine zu hohe DHA-Konzentration
Produkte mit viel DHA bräunen schneller und intensiver, neigen aber auch eher zu einem Orangestich. Für Einsteiger oder sehr helle Haut sind Produkte mit niedrigerer Konzentration oft die bessere Wahl.
Wechselwirkungen mit anderen Produkten
Bestimmte Pflegeprodukte können die Reaktion des Selbstbräuners beeinflussen. Dazu gehören Produkte mit Fruchtsäuren, Retinol oder alkoholhaltige Gesichtswasser, die direkt vor dem Bräunen verwendet werden. Auch Seifenreste auf der Haut können das Ergebnis verändern.
Ein abgelaufenes oder falsch gelagertes Produkt
DHA ist empfindlich gegenüber Wärme und Licht. Wird ein Selbstbräuner zu lange oder zu warm gelagert, kann sich die Formel verändern und ein ungleichmäßiges oder farbstichiges Ergebnis liefern.
Das Licht
Manchmal liegt es gar nicht am Produkt. Unter künstlichem Licht, besonders unter warmem Licht, wirken gebräunte Hauttöne oft orangener als bei Tageslicht. Ein kurzer Blick vor dem Fenster hilft bei der ehrlichen Einschätzung.
Was tun, wenn man schon orange ist?
Wer bereits zu viel Farbe abbekommen hat, muss nicht eine Woche warten. Mit ein paar Tricks lässt sich die Bräune abmildern.
- Warm duschen oder baden: Warmes Wasser weicht die oberste Hautschicht auf, sodass sich die gefärbten Zellen leichter lösen. Ein längeres Bad hilft mehr als eine kurze Dusche.
- Sanft peelen: Nach dem Baden mit einem milden Körperpeeling oder einem Peelinghandschuh über die betroffenen Stellen gehen. Nicht zu fest rubbeln, sonst wird die Haut gereizt.
- Ölhaltige Pflege verwenden: Körperöle können helfen, die gefärbten Hautschüppchen zu lösen. Einwirken lassen und anschließend abduschen.
- Spezielle Entferner nutzen: Es gibt Produkte, die gezielt dafür entwickelt wurden, Selbstbräuner zu entfernen. Sie sind meist schonender als selbst gemischte Hausmittel.
- Schwimmen gehen: Chlorwasser beschleunigt das Verblassen der Bräune.
- Geduld haben: Da sich die oberste Hautschicht ständig erneuert, verschwindet der Orangestich spätestens nach einer Woche von selbst.
Hausmittel wie Zitronensaft oder Backpulver werden zwar oft empfohlen, man sollte aber die Finger davon lassen. Sie können die Haut nämlich reizen, besonders wenn sie nach dem Peelen ohnehin empfindlich ist.
So wird Selbstbräuner nicht orange
Mit der richtigen Vorbereitung und Anwendung lässt sich ein Orangestich in den meisten Fällen vermeiden.
Vorbereitung
- Peelen: Am Vortag ein sanftes Körperpeeling verwenden. So entfernt man abgestorbene Hautschüppchen, und der Selbstbräuner verteilt sich gleichmäßiger.
- Rasieren oder Epilieren: Am besten einen Tag vorher. Direkt nach der Haarentfernung sind die Poren geöffnet, was zu kleinen dunklen Punkten führen kann.
- Trockene Stellen eincremen: Ellbogen, Knie, Knöchel und Hände kurz vor dem Auftragen mit einer leichten Feuchtigkeitscreme pflegen. Das verhindert, dass diese Stellen zu viel Farbe aufnehmen.
- Keine Säuren und kein Retinol: Am Tag des Auftragens auf Produkte mit Fruchtsäuren oder Retinol verzichten.
Anwendung
- Den richtigen Farbton wählen: Lieber eine Nuance heller beginnen. Nachcremen ist leichter als Entfernen.
- Einen Handschuh verwenden: Ein Auftragehandschuh sorgt für eine gleichmäßige Verteilung und verhindert orangefarbene Handflächen.
- Sparsam auftragen: Weniger ist mehr. An Gelenken und Händen nur die Reste auf dem Handschuh verwenden.
- Hände waschen: Direkt nach dem Auftragen Hände gründlich waschen, nur die Handrücken vorsichtig mitbräunen.
- Einwirken lassen: Einige Stunden keine eng anliegende Kleidung tragen, nicht schwitzen und nicht duschen.
Produktwahl
- Allmählich bräunende Produkte: Sogenannte Gradual Tanner bauen die Farbe über mehrere Tage langsam auf. Man hat mehr Kontrolle über das Ergebnis.
- Produkte mit Erythrulose: Dieser Wirkstoff bräunt langsamer und gleichmäßiger als DHA und neigt weniger zu einem Orangestich.
- Auf das Haltbarkeitsdatum achten: Selbstbräuner kühl und dunkel lagern und nach dem Öffnen nicht zu lange verwenden.
DHA oder Erythrulose: Welcher Wirkstoff ist besser?
Beide Wirkstoffe färben die oberste Hautschicht auf ähnliche Weise, unterscheiden sich aber in Geschwindigkeit und Ergebnis.
- DHA wirkt schnell, sichtbare Bräune zeigt sich oft schon nach wenigen Stunden. Dafür ist das Risiko für Streifen, Flecken und einen Orangestich höher.
- Erythrulose wirkt langsamer, die volle Farbe entwickelt sich erst nach zwei bis drei Tagen. Das Ergebnis gilt als gleichmäßiger und natürlicher und hält oft etwas länger.
Viele Selbstbräuner kombinieren beide Wirkstoffe, um die Vorteile zu verbinden.
Wer zu einem Orangestich neigt oder empfindliche Haut hat, kann auch zu Produkten ohne DHA greifen. Die Biovolen Aktiv Pfeffersalbe zum Beispiel enthält kein DHA, sondern setzt auf Erythrulose in Kombination mit einem Extrakt aus Mönchspfeffer und Acetyl-Tyrosin. Bio-Öle aus Sheabutter, Jojoba, Argan und Avocado pflegen die Haut dabei und sorgen für eine gleichmäßige Verteilung. Der Farbton baut sich bei täglicher Anwendung schrittweise über mehrere Tage auf, was das Risiko für Flecken verringert.
Wichtig bei allen Selbstbräunern: Sie bieten keinen Schutz vor UV-Strahlung. Auch mit gebräunter Haut braucht man im Freien einen Sonnenschutz.
Häufige Fragen
Wie lange bleibt die orange Farbe auf der Haut?
Da Selbstbräuner nur die oberste Hautschicht färben, verblasst die Farbe mit der natürlichen Hauterneuerung. In der Regel ist sie nach fünf bis sieben Tagen verschwunden.
Warum sind meine Handflächen orange?
Die Handflächen haben eine besonders dicke Hornschicht, die viel Selbstbräuner aufnimmt. Das passiert vor allem, wenn man ohne Handschuh aufträgt oder die Hände nicht direkt danach wäscht.
Wird Selbstbräuner auf sehr heller Haut immer orange?
Nicht zwangsläufig. Auf sehr heller Haut ist das Risiko zwar höher, mit einem hellen Farbton, einem langsam bräunenden Produkt und sparsamer Anwendung lässt sich aber auch hier ein natürliches Ergebnis erzielen.
Kann man Selbstbräuner im Gesicht verwenden?
Ja, am besten mit Produkten, die speziell für das Gesicht entwickelt wurden. Die Augenbrauen und den Haaransatz dabei aussparen oder anschließend mit einem feuchten Tuch abwischen, damit sie sich nicht verfärben.
Schützt Selbstbräuner vor Sonnenbrand?
Nein. Die Bräune durch Selbstbräuner bietet keinen Schutz vor UV-Strahlung. Sonnencreme bleibt notwendig.
Fazit
Eine orangefarbene Hautfarbe nach Selbstbräuner ist ärgerlich, hat aber meist eindeutige Ursachen: ein zu dunkler Farbton, zu viel Produkt, trockene Hautstellen oder eine fehlende Vorbereitung. Mit einem Peeling am Vortag, einer leichten Pflege an Knien und Ellbogen, einem Auftragehandschuh und einem eher hellen Farbton lässt sich das Problem in den meisten Fällen vermeiden. Wer schon orange ist, kann die Farbe mit warmem Wasser, einem sanften Peeling und etwas Geduld loswerden. Und wer grundsätzlich zu Flecken neigt, findet in langsam bräunenden Produkten ohne DHA eine passende Alternative.
Wissenschaftliche Quellen und weiterführende Informationen
Garone M., Howard J., Fabrikant J.: A review of common tanning methods. The Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology, 2015; 8(2):43–47.
American Academy of Dermatology (AAD): Tips for using self-tanner. Verfügbar unter: aad.org