Trockene Haut im Winter? Diese Pflegefehler sollte man vermeiden

12. Oktober 2026 · Biovolen Redaktion

Trockene Haut im Winter richtig pflegen

Wenn die Temperaturen sinken, verändert sich bei vielen Menschen auch das Hautgefühl. Die Haut spannt nach dem Waschen, wirkt rau oder schuppt. Besonders häufig sind das Gesicht, die Hände und die Lippen betroffen. Oft wird dann einfach mehr Creme aufgetragen. Doch nicht immer liegt es daran, dass die Haut zu wenig Pflege bekommt. Auch bestimmte Gewohnheiten und ungeeignete Produkte können dazu beitragen, dass sie im Winter trocken und empfindlich bleibt.

Warum ist die Haut im Winter besonders trocken?

Kalte Temperaturen, Wind und trockene Heizungsluft stellen die Haut vor besondere Herausforderungen. Bei niedrigen Außentemperaturen kann die Talgproduktion zurückgehen. Dadurch steht weniger Hautfett zur Verfügung, das die Hautoberfläche geschmeidig hält und vor Feuchtigkeitsverlust schützt. Gleichzeitig enthält kalte Winterluft häufig wenig Feuchtigkeit. In beheizten Räumen kann die Luft ebenfalls sehr trocken sein.

Eine wichtige Rolle spielt die Hautbarriere. Sie besteht unter anderem aus Hautzellen und Lipiden, also Fetten, die sich zwischen den Zellen befinden. Diese Schutzschicht hilft dabei, Feuchtigkeit in der Haut zu halten und äußere Einflüsse abzuwehren. Wird sie beansprucht, kann die Haut schneller Feuchtigkeit verlieren und empfindlicher reagieren.

Typische Anzeichen sind Spannungsgefühle, raue Stellen, feine Schuppen oder Rötungen. Auch häufiges Waschen und sehr heißes Duschen können solche Beschwerden verstärken. Wer im Winter unter trockener Haut leidet, sollte deshalb nicht nur auf die verwendeten Pflegeprodukte achten, sondern auch auf die eigene Pflegeroutine.

Diese 7 Pflegefehler sollte man im Winter vermeiden

  1. Zu heiß und zu lange duschen

    Nach einem kalten Tag ist eine heiße Dusche besonders angenehm. Für die Haut kann sie jedoch zur Belastung werden. Heißes Wasser löst einen Teil der natürlichen Fette von der Hautoberfläche. Wird die Haut zusätzlich lange gewaschen, kann sie Feuchtigkeit schlechter halten und schneller trocken oder gereizt wirken.

    Besser sind kürzere Duschen mit angenehm warmem statt heißem Wasser. Etwa fünf bis zehn Minuten reichen in der Regel aus. Nach dem Duschen sollte die Haut vorsichtig mit einem weichen Handtuch trocken getupft werden. Kräftiges Rubbeln kann trockene Haut zusätzlich reizen.

    Anschließend empfiehlt sich eine passende Pflege, solange die Haut noch leicht feucht ist. So lässt sich die vorhandene Feuchtigkeit besser einschließen. Wer häufig badet, sollte auch Vollbäder möglichst kurz halten.

  2. Die Haut mit aggressiven Reinigungsprodukten strapazieren

    Ein stark schäumendes Waschgel vermittelt schnell das Gefühl, die Haut besonders gründlich zu reinigen. Viel Schaum bedeutet jedoch nicht automatisch eine bessere Reinigung. Manche Produkte entfetten die Haut stärker als nötig und können dadurch ihre Schutzbarriere beanspruchen.

    Das gilt besonders bei trockener oder empfindlicher Haut. Aggressive Seifen, stark entfettende Reinigungsprodukte und parfümierte Formulierungen können das Spannungsgefühl verstärken. Im Winter lohnt es sich deshalb, auf milde Reinigungsprodukte zu setzen, die zur eigenen Haut passen.

    Das Gesicht muss nicht mehrmals täglich gründlich mit Reinigungsprodukten gewaschen werden, wenn dafür kein besonderer Bedarf besteht. Häufig reicht eine sanfte Reinigung am Abend, um Make-up, Sonnenschutz und Schmutz zu entfernen. Morgens genügt je nach Hauttyp möglicherweise lauwarmes Wasser.

    Auch bei der Körperpflege gilt: Nicht jede Hautpartie benötigt gleich viel Reinigung. Besonders trockene Bereiche müssen nicht bei jeder Dusche intensiv eingeseift werden.

  3. Einfach immer mehr Creme auftragen

    Wenn die Haut spannt, erscheint eine möglichst reichhaltige Creme oft als naheliegende Lösung. Eine passende Feuchtigkeitspflege kann tatsächlich helfen. Allerdings kommt es nicht allein auf die Menge an, sondern vor allem auf die Zusammensetzung des Produkts und den individuellen Hauttyp.

    Feuchtigkeitsbindende Inhaltsstoffe unterstützen die Versorgung der oberen Hautschichten mit Wasser. Rückfettende Bestandteile helfen dabei, die Haut geschmeidig zu halten und den Feuchtigkeitsverlust zu begrenzen. Bei trockener Haut kann deshalb eine Creme sinnvoll sein, die sowohl Feuchthaltefaktoren als auch Lipide enthält.

    Eine sehr reichhaltige Formulierung ist jedoch nicht für jede Person die beste Wahl. Fettige oder zu Unreinheiten neigende Haut kann mit leichteren Texturen besser zurechtkommen. Bei Mischhaut kann es sinnvoll sein, trockene Wangen gezielter zu pflegen als eine ohnehin fettigere Stirn oder Nase.

    Entscheidend ist, wie sich die Haut mit einem Produkt anfühlt und ob sie es gut verträgt. Bleiben Trockenheit und Spannungsgefühl bestehen, sollte nicht einfach immer mehr Creme aufgetragen werden. Dann lohnt es sich, die Inhaltsstoffe und die gesamte Pflegeroutine zu überprüfen.

  4. Peelings und intensive Wirkstoffe zu häufig verwenden

    Raue Haut und kleine Schuppen verleiten dazu, ein Peeling zu verwenden. Dabei werden abgestorbene Hautzellen gelöst oder mechanisch abgetragen. Bei trockener, gereizter Haut kann eine intensive oder zu häufige Anwendung jedoch zusätzlichen Stress verursachen.

    Auch mehrere Wirkstoffe in einer Routine können die Haut belasten, insbesondere wenn sie ohnehin empfindlich reagiert. Dazu gehören beispielsweise intensive Peelingsäuren oder bestimmte hoch konzentrierte Pflegeprodukte. Das bedeutet nicht, dass solche Inhaltsstoffe im Winter grundsätzlich ungeeignet sind. Wichtig sind die individuelle Verträglichkeit, die Konzentration und die Häufigkeit der Anwendung.

    Bei Rötungen, Brennen oder verstärktem Spannungsgefühl ist es sinnvoll, die Routine vorübergehend zu vereinfachen. Statt Schuppen immer wieder abzutragen, sollte zunächst die Hautbarriere durch eine milde Reinigung und eine passende Pflege unterstützt werden.

    Neue Produkte sollten möglichst schrittweise eingeführt werden. So lässt sich besser einschätzen, ob die Haut eine Formulierung verträgt oder auf einzelne Inhaltsstoffe reagiert.

  5. Hände und Lippen bei der Pflege vergessen

    Während das Gesicht häufig morgens und abends eingecremt wird, geraten Hände und Lippen leicht in Vergessenheit. Gerade im Winter macht sich das bemerkbar. Die Hände kommen regelmäßig mit Wasser, Seife und Reinigungsmitteln in Kontakt. Kalte Luft kann die Haut zusätzlich beanspruchen.

    Eine Handcreme nach dem Waschen hilft dabei, die Haut geschmeidig zu halten. Bei Hausarbeit oder längerem Kontakt mit Wasser können geeignete Schutzhandschuhe sinnvoll sein. Auch draußen schützen Handschuhe vor kalter Luft und Wind.

    Die Lippen benötigen ebenfalls Aufmerksamkeit. Ihre Haut ist besonders dünn und besitzt keine Talgdrüsen. Deshalb fehlt ein Teil des natürlichen Fettfilms, der andere Hautbereiche schützt. Ein gut verträglicher Lippenpflegestift kann helfen, die Lippen vor dem Austrocknen zu bewahren. Wenn ein Produkt brennt oder kribbelt, sollte es besser durch eine verträgliche Alternative ersetzt werden.

    Ein häufiger Fehler ist es, trockene Lippen ständig abzulecken. Die Feuchtigkeit verdunstet schnell und kann das Trockenheitsgefühl verstärken. Besser ist es, die Lippen regelmäßig zu pflegen und sie bei kaltem Wind möglichst zu schützen.

  6. Sonnenschutz im Winter weglassen

    Weil die Sonne im Winter oft weniger intensiv wirkt, wird Sonnenschutz schnell vernachlässigt. Dabei ist die Haut auch in der kalten Jahreszeit UV-Strahlung ausgesetzt. Besonders bei längeren Aufenthalten im Freien, in den Bergen oder auf verschneiten Flächen kann die Belastung relevant sein.

    Für das Gesicht gehört Sonnenschutz deshalb weiterhin zur sinnvollen Hautpflege. Ein Breitbandprodukt mit mindestens Lichtschutzfaktor 30 ist eine gute Orientierung, insbesondere bei längeren Aufenthalten draußen oder erhöhter UV-Belastung. Wie viel Schutz benötigt wird, hängt unter anderem von der Jahreszeit, dem Aufenthaltsort und der geplanten Aktivität ab.

    Sonnenschutz ersetzt keine Feuchtigkeitspflege. Beide Produkte erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Bei trockener Haut kann es sinnvoll sein, zuerst eine gut verträgliche Pflege aufzutragen und danach den Sonnenschutz entsprechend den Anwendungshinweisen des Produkts zu verwenden.

  7. Die trockene Raumluft nicht beachten

    Nicht nur das Wetter draußen beeinflusst die Haut. Auch in Innenräumen kann die Luft durch das Heizen sehr trocken werden. Gerade morgens nach einer Nacht im beheizten Schlafzimmer oder nach mehreren Stunden am Schreibtisch fällt das Spannungsgefühl manchmal besonders auf.

    Regelmäßiges Lüften kann helfen, das Raumklima zu verbessern. Bei dauerhaft sehr trockener Luft kann außerdem ein Luftbefeuchter sinnvoll sein. Er sollte regelmäßig gereinigt werden, damit sich keine Keime oder Schimmel bilden. Eine möglichst konstante, angenehme Raumtemperatur ist ebenfalls hilfreich.

    Wichtig ist jedoch, die Raumluft nicht als einzige Ursache zu betrachten. Wenn die Haut trocken bleibt, können auch Reinigungsgewohnheiten, Pflegeprodukte, das Lebensalter oder bestimmte Hauterkrankungen eine Rolle spielen.

So sieht eine sinnvolle Hautpflege im Winter aus

Eine gute Winterroutine muss nicht aus vielen Schritten bestehen. Meist ist es hilfreicher, wenige Produkte regelmäßig zu verwenden, die zur Haut passen und gut vertragen werden.

AM

Morgens

Das Gesicht sanft reinigen oder bei Bedarf nur mit lauwarmem Wasser erfrischen. Danach eine geeignete Pflege auftragen. Bei längeren Aufenthalten im Freien sollte ein passender Sonnenschutz folgen. Trockene Lippen können zusätzlich mit einem Lippenpflegestift geschützt werden.

PM

Abends

Make-up, Sonnenschutz und Schmutz mit einem milden Reinigungsprodukt entfernen. Die Haut anschließend vorsichtig trocken tupfen und eine passende Feuchtigkeitspflege auftragen. Besonders trockene Hautstellen können gezielt eingecremt werden.

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Nach dem Duschen

Die Haut nicht trocken rubbeln, sondern vorsichtig abtupfen. Eine Creme oder Lotion kann direkt danach aufgetragen werden, solange die Haut noch leicht feucht ist.

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Bei empfindlicher Haut

Lieber nicht ständig neue Produkte ausprobieren. Eine übersichtliche Routine erleichtert es, mögliche Reizstoffe zu erkennen. Neue Produkte sollten schrittweise eingeführt werden.

Welche Inhaltsstoffe sind bei trockener Winterhaut interessant?

Bei der Auswahl einer Pflege lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Dabei ist nicht ein einzelner Wirkstoff entscheidend, sondern die gesamte Formulierung.

  • Glycerin: Dieses Feuchthaltemittel bindet Wasser in der oberen Hautschicht. Es kommt häufig in Feuchtigkeitscremes vor und eignet sich für viele Hauttypen.
  • Hyaluronsäure: Sie kann ebenfalls Wasser binden und dazu beitragen, dass sich die Haut glatter und geschmeidiger anfühlt. Ihre Wirkung hängt wie bei anderen Inhaltsstoffen von der Formulierung und der Anwendung ab.
  • Ceramide: Diese Lipide kommen natürlicherweise in der Hautbarriere vor. In Pflegeprodukten können sie dazu beitragen, die Schutzbarriere zu unterstützen und den Feuchtigkeitsverlust zu verringern.
  • Pflanzliche Öle und rückfettende Bestandteile: Sie können die Haut geschmeidig halten und einen Teil der Schutzfunktion des natürlichen Fettfilms unterstützen. Nicht jedes Öl ist für jeden Hauttyp gleich gut geeignet. Bei empfindlicher Haut lohnt es sich deshalb, auf die individuelle Verträglichkeit zu achten.

Wann ist trockene Haut mehr als ein Winterproblem?

Wenn die Haut in der kalten Jahreszeit etwas trockener wird, lässt sich das häufig durch eine angepasste Pflegeroutine verbessern. Halten die Beschwerden jedoch an oder werden sie stärker, sollte die Ursache genauer betrachtet werden.

Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist: Starker Juckreiz, schmerzhafte Risse, ausgeprägte Rötungen oder nässende Stellen sind Gründe, ärztlichen Rat einzuholen. Das gilt auch dann, wenn die Haut trotz milder Reinigung und regelmäßiger Pflege nicht besser wird.

Hinter anhaltender Trockenheit können beispielsweise Neurodermitis, Schuppenflechte, Kontaktallergien oder andere Erkrankungen stecken. In solchen Fällen reicht es möglicherweise nicht aus, lediglich die Pflegeprodukte zu wechseln. Eine dermatologische Untersuchung hilft dabei, die Ursache einzuordnen und die geeignete Behandlung zu finden.

Fazit

Kälte, Wind und trockene Heizungsluft können die Haut im Winter stärker beanspruchen. Wer zu heiß duscht, aggressive Reinigungsprodukte verwendet oder Peelings zu häufig einsetzt, kann Trockenheit zusätzlich verstärken. Eine milde Reinigung, passende Feuchtigkeitspflege und der Schutz von Händen und Lippen helfen dabei, die Haut im Alltag zu unterstützen.

Wichtig ist, die Routine an den eigenen Hauttyp anzupassen. Bleiben die Beschwerden bestehen oder kommen deutliche Reizungen hinzu, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Wissenschaftliche Quellen

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  2. Augustin M, Wilsmann-Theis D, Körber A, Kerscher M, Itschert G, Dippel M, Staubach P (2019). Diagnosis and treatment of xerosis cutis: A position paper. Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, 17(Suppl. 7), 3–33. https://doi.org/10.1111/ddg.13906 · PMID: 31738016
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Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle dermatologische Beratung.